Das sind wir

Ihre Familie Thomsen

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liebevolle
Fürsorge

Jubiläum

100 Jahre
Hotel zur Treene

Seit 1921 ist das „Hotel zur Treene“ im Familienbesitz. Auch in der vierten Generation werden Gastfreundschaft und der persönliche Stil großgeschrieben.

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Das traditionsreiche familiengeführte
Hotel zur Treene…

…liegt direkt an der Treene in Schwabstedt. Das Haus wird in der 4. Generation geführt und hat in den letzten 100 Jahren unzählige schöne Geschichten geschrieben. Die regionale und saisonale Küche von Inhaber Hans Jürgen Thomsen ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der gelernte Konditor und Küchenmeister bringt frische Produkte und typisch nordfriesische Gerichte mit mordenem Pfiff auf den Tisch. Die großen Räumlichenkeiten laden zu Familienfesten jeglicher Art ein – mit einmaligem Blick über den Flusslauf der Treene.

Familie Thomsen schafft ein Schaufenster für die Region

100 Jahre "Hotel zur Treene" in Schwabstedt

Das Objekt

Es ist etwas ganz Besonderes: Eine Gaststätte der gehobenen Kategorie wird erfolgreich über ein Jahrhundert von einer Familie geführt. Sie erwirbt sich einen Ruf, der weit über die ganze Region hinaus strahlt. Aufmerksame Bewirtung, die einzigartige Lage des Hauses und die Schönheit des Umlandes stehen für eine angenehme Atmosphäre und einen erholsamen Aufenthalt. In der Storm-Novelle „Renate“ heißt es dazu: „Hoch oberhalb des weiten, wiesenreichen Treenetals, durch welches sich der Fluss in schönen Krümmungen windet, ist der alte Kirchspielkrug …“ Diese Lagebeschreibung hat noch heute Bestand. Der oft im Schwabstedter Hotel weilende Theodor Storm kennt sich aus!

Hotel zur Treene - Haupthaus
Hoch auf der Geest gelegen dominiert das "Hotel zur Treene" schon aus der Ferne das Panorama des Dorfes Schwabstedt

Frühere Einrichtungen

Schon 1631 betreibt Asmus Carstens an diesem Ort einen „Sandkrug“. Über mehrere Generationen führen seine Nachkommen den Betrieb weiter. Peter Behrens I übernimmt 1800 den Schankbetrieb. Es ist bekannt, dass er Klarinette spielt. Gäste aus Friedrichstadt, Husum und Eiderstedt kehren bei ihm ein. Sohn Peter Behrens II folgt ihm, wirbt zu Lustfahrten nach Schwabstedt, beherbergt sogar Gäste und baut einen kleinen Tanzsaal an. Peter Behrens III setzt danach voll auf Fremdenverkehr, erweitert das Gebäude um eine „Glasveranda“ und vergrößert den Tanzsaal. Strom verewigt die drei Generationen, indem er schreibt, dass der Wirt „bis zu der neuesten … Zeit immer Peter Behrens hieß, und von ‚Mutter Behrens‘, je nach dem Geschlecht eine andere, aber immer saubere, sei es junge oder alte Frau, als eine wahre Mutter für die Leibesnot ihrer Gäste sorgte.“
Hieronymus Neubert erwirbt 1877 als Nächster die Gastwirtschaft über der Treene und schafft viele Neuerungen. Theodor Storm, der in dem Haus gerne weilt, macht Neubert zur Novellenfigur „Herrman Tobias Zippel“, der der Welt zeigen will, was aus diesem Erdenfleck zu machen sei, den seine dummen Vorgänger als totes Kapital von Hand zu Hand gegeben hatten. Schon nach einem Jahr muss Neubert jedoch Konkurs anmelden und Vorgänger Peter Behrens III erwirbt seinen alten Betrieb zurück.
Als neuer Besitzer erscheint 1879 Hinrich Friedrich Jöns. Er ist ein umsichtiger, tüchtiger Wirt und erweitert das Lokal „Zur Treene“ ständig. 1902 lässt er sogar für 28.500 Goldmark eine neue Gastwirtschaft mit Glasveranda und großem Tanzsaal errichten und erbaut das Nachbargebäude, die „Villa“, wo er sogleich eine separate Kegelbahn integriert. Von da an bewirbt Jöns sein „Hotel zur Treene“ in überregionalen Fremdenführern, richtet große Oster- und Pfingstbälle aus, lässt im nahen Lehmsieker Gehölz ein hölzernes Lusthaus im bayerischen Stil erstellen und lädt dorthin zu Tanzvergnügen ein. Selbst die Fischteiche in Holbek bezieht er in die Bespaßung seiner Gäste mit ein. Jöns verkauft seinen florierenden Betrieb 1911 an Johannes Krieger, der bis dahin das Lokal „Erholung“ auf dem Deich des Husumer Dockkooges führt.

Die Gründergeneration

Am 1. Dezember 1921 erwerben Hans und Emma Thomsen das „Hotel zur Treene“ in Schwabstedt zu einer Zeit, in der sich die Weltwirtschaftskrise in den Industrieländern bereits deutlich abzeichnet. Beide stammen aus der Gegend: er kommt aus Winnert, sie (eine geborene Clausen) aus Ramstedt. Der Mut dieser beiden, die mit den Kindern Hans-Johannes, Heinz und Inge anreisen, lässt sich nicht ermessen. Sohn Heinz prägte einmal die Worte: „Vater war ein Draufgänger“. In der damaligen Krisenzeit ist dies wohl eher noch mehr gefragt.

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Das Ehepaar Thomsen wählt für die neue Aufgabe eine klare Arbeitsteilung. Mit großem Elan und vielen Ideen nimmt Hans (Jahrgang 1885) seine Tätigkeit als Gastwirt auf. Daneben handelt er mit Vieh, was ihn auch in die weitere Umgebung führt und ihn zu einer bekannten Persönlichkeit werden lässt. Hans Thomsen legt so den Grundstein für die besondere Symbiose zwischen dem südlichen Teil des heutigen Kreises Nordfriesland, dem Ort Schwabstedt und dem Treene-Hotel als Werbeeinheit. Die Gewandtheit des Wirts im Umgang mit Menschen und die stete Zigarre, gerne mit dem Aufdruck „Hotel zur Treene, Schwabstedt, Tel. Nr. 10“ auf der Zigarrenspitze, sind seine Markenzeichen. Aus Zusammenarbeit mit seinen Handelspartnern wird Bekanntschaft und daraus Freundschaft, die sich als „vererbbar“ erweist. Emma (Jahrgang 1894) besticht durch ihre Ruhe und ihr Können in der Küche. Bei großen Veranstaltungen gehen ihr 10 – 15 Küchengehilfinnen zur Hand. Über die Jahre wird Margarethe Dethlof („Tante Hede“) ihre wichtigste Stütze. Im Restaurant und im Saal kümmern sich bis zu 15 Kellner um das Wohl der Gäste, deren Zahl (über den Tag verteilt) sich an Hauptfesttagen auf 800 – 1000 belaufen kann. Das führt Pfingsten 1922 zu einem Umsatz von 80.000,00 RM – bei Preisen von Grog – 0,25 RM, Punsch – 0,15 RM, Tasse Kaffee – O,20 RM, gutbürgerliches Essen ab 1,00 RM. „Damals konnten wir von den Pfingsteinnahmen beinahe den Rest des Jahres leben“, werden sie später einmal sagen. Thomsen verspricht in Anzeigen und Prospekten: „Schönster Ausflugsort in der Provinz Schleswig mit prachtvollem Ausblick über das liebliche Tal der Treene, mit Ruderboten, Gelegenheit zur Ausübung des Kegelsports, Motorboot-Verbindung nach Friedrichstadt, Wald und romantisch angelegte Fischteiche“. „Hans Hotel“ kümmert sich selbst um die nie enden wollenden Erweiterungsbauten, Modernisierungen, Verschönerungen und seinen Bus-Pendelverkehr zum Lusthaus. Die Gäste honorieren die Angebote ausgiebig. Dabei spielt die „große Politik“ den Thomsens gehörig in die Hände. Der seit 1911 bestehende Bahnanschluss Schwabstedt gewinnt an Bedeutung und läßt Reisende aus den entlegensten Regionen anreisen.

Als der Hotelier gerade den Bau einer Kegelbahn vorantreibt, brennt in der Nacht vom 3. auf den 4. Mai 1935 „sein“ Hotel ab. Noch vor den rauchenden Trümmern stehend entwickelt er die Pläne für einen Neubau, der größer und schöner werden, einen hohen Saal mit Bühne erhalten und Terrassen auf zwei Ebenen mit 75 Plätzen bieten soll. Mit eigenen Vorführgeräten will er „Spitzenfilme“ zeigen und Stummfilme am Klavier begleiten lassen. Diese Aufgabe erfüllt Alma Wieck, Tochter von Theodor Storms „Sträkelstrakel“, bis der Tonfilm kommt.
Ab 1933 meldet die NSDAP zunehmend ihre Begehrlichkeiten an: Groß-Versammlungen, Fest-Bälle, Varietee-Veranstaltungen, NS-Weihnachtsfeiern oder Treffen von Parteigliede-rungen (z.B. NS-Frauenschaft u. ä.). Als Benefiz-Veranstaltung des NS-Winterhilfswerks kommt es sogar zu einer Provinzausgabe der berühmten Rundfunksendung „Wunschkonzert“. Gegen Kriegsende wird das Hotel kurzer Hand zu einer Wehrmachtsunterkunft umgenutzt, danach in ein Hilfslazarett verwandelt.
Als die Besatzungstruppen 1945 kommen, richtet sich das britisches Militär häuslich im Hotel ein. Nach deren Abzug ist dort das große Aufräumen angesagt. Bald darauf wird dann bei Selbstgebranntem in Limonade oder Heißgetränk ausgelassen gefeiert, Da für das Eigengebrannte im Hotel ein „Korkengeld“ kassiert wird, werden die Flaschen draußen in Hecken, Büschen und sogar im Schilfgürtel der Treene „hinterlegt“. Diese Verstecke bleiben auf die Dauer nicht geheim und die „Finder“ durchleben berauschende Erlebnisse. Auch der Geruch von Eigenangebautem zieht penetrant durch die Räumlichkeiten.
In der Karnevalszeit 1946/47 organisiert der MTV Schwabstedt das Kappenfest „3 tolle Nächte“ als Non-Stop-Veranstaltung. Plakatmaler und Dekorateure, die als Flüchtlinge im Ort weilen, sowie viele fleißige Hände zaubern aus dem Hotel einen Traum aus Pappmaschee. Selbst die Kegelbahn wartet mit verborgenen „Kussnischen“ auf. Man ist noch einmal davongekommen und nutzt jede Gelegenheit zum ausgiebigen Feiern!
„Hans Hotel“ weiß sich schnell den Gegebenheiten der Nachkriegszeit anzupassen, hat er doch während der Hyperinflation 1923 gelernt. Es ist sein Ziel, den Hotelbetrieb so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Der Bedarf ist groß und ein Mann mit Fähigkeiten findet schnell Möglichkeiten für einen neuen Anfang. Sein Plan für die Zukunft steht schnell fest. Da der älteste Sohn sich der Landwirtschaft zuwendet, entscheidet sich sein Jüngster für den Beruf des Wirts. Die Tochter heiratet. Nach Hotelpraktika in Hamburg und Westerland unterstützt Sohn Heinz (Jahrgang 1919) den Vater. Dieser lernt schnell dessen Mithilfe zu schätzen und überträgt der „zweiten Generation“ mehr und mehr Aufgaben, ohne die Gesamtverantwortung abzugeben. Jetzt müssen ein „Draufgänger“ und ein „auf Sicherheit Bedachter“ einen gemeinsamen Weg finden. Lange soll dieser Weg allerdings nicht währen, denn schon 1956 verstirbt der omnipräsente Vater.

Die zweite Generation

Heinz Thomsen übernimmt die Geschäftsführung und seine Mutter („Tante Emma“) regiert weiterhin in der Küche. Ihr zur Seite steht natürlich die treue „Tante Hede“, die 1974 für 50 Jahre treue Dienste mit der Verleihung der Schleswig-holsteinischen Landesmedaille durch den Ministerpräsidenten geehrt wird. Sohn Heinz bringt für die Aufgabe den gleichen Ideenreichtum mit, für den schon der Vater stand. Es vergeht kein Jahr, in dem Heinz keine Erneuerungen verwirklicht. Aber bevor die Handwerker ans Werk gehen dürfen, hat er gründlich recherchiert, Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen, Fachleute sowie Freunde befragt und sich mit der Mutter beraten – dann entscheidet er. Ähnlich geht es zu, wenn die Anschaffung von Mobiliar, neuem Geschirr oder Bestecke ansteht.

Das sind wir - Familie Thomsen
Die Zweite und Dritte Generation: Heinz und Else Marie Thomsen (links), Hilde und Hans-Heinrich Thomsen (rechts), davor die Kinder Björn, Helge und Hans Jürgen (vorn)

Gebaut wird immer. So entstehen nach und nach Einrichtungen wie „Honorationenzimmer“, Bundeskegelbahn, „Felsenbar“ oder Duschausstattungen in den Gästezimmern. Hinzu kommen mehrmalige Umgestaltungen der Außenanlagen sowie jährliche Sanierungen.
Das Hotel bietet immer wieder neue Veranstaltungsformate an. Dabei erweist sich der große Saal als ein besonderes Juwel, der selbst die Aufnahme größter Betriebsausflüge gestattet. Besondere Höhepunkte bilden die Besuche von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Dralle-Werke Hamburg und der Hamburger Staatsoper. Die Gruppen reisen per Sonderzug an, werden von der Feuerwehrkapelle Schwabstedt am Bahnhof in Empfang genommen und mit klingendem Spiel ins Hotel geleitet. Überschwänglich bedankt sich der damalige Intendant Prof. Rolf Liebermann später schriftlich beim Hotelwirt für die hervorragende Aufnahme und Bewirtung.
Ausflugsgesellschaften aus ganz Scheswig-Holstein mit bis zu 450 Gästen geben sich die Klinke in die Hand und bilden über die Jahre eine sichere Einnahmequelle. Ein besonderes gesellschaftliches Ereignis ist der Tanzwettbewerb um den „Norddeutschen Bischofs-Pokal“, bei dem die Tanzschule Neugebauer, Flensburg, dem Wirt zur Seite steht. Daneben wird über Jahre ein beliebter sonntäglicher Tanztee geboten, bei dem das Trio Heidrich aufspielt. Heidrich weiß, was sein Publikum hören will, hat er doch vor dem großen Krieg den Startenor Richard Tauber auf dessen Tourneen begleitet. Natürlich erlebt das repräsentative Anwesen über die Jahre Gäste wie Ministerpräsident Dr. Stoltenberg, Minister Engelbrecht-Greve, Innenminister Dr. Bull, Finanzminister Qualen oder Ministerpräsident Peter Harry Carstensen. 1968 ist das Hotel Dreh- und Angelpunkt bei der 700-Jahr-Feier. Auch bei Preismaskeraden, Karnevals-Sitzungen, Vereinsbällen, Liederabenden, Theateraufführungen, Folkloreveranstaltungen oder Kinder- und Schulfesten wird jeder Gast aufmerksam bedient. 1969 entsteht, zur Erinnerung an den treuen Gast und Heimatdichter Theodor Storm, eine Stormecke. „Dat Hotel weer immer wat Besunneres!“ formuliert ein alter Einwohner.
Immer neue Getränke kommen in Mode, die auch im Hotel gewünscht werden: Der Sprudelgrog- und Rumbowlen-Generation folgen Kalte Ente, Bommi mit Pflaume oder Burgunderbowle. Sinalco wird von Bluna verdrängt. Auch Fachinger wird angeboten.
Als das 50-jährige Jubiläum ansteht, denkt Heinz laut über Zukunftsperspektiven seines Hotels nach: „Die mittelständischen Betriebe sind steuerlich zu sehr belastet, um weiter in großem Umfang investieren zu können. Durch aktiven persönlichen Einsatz und gepflegte Gastlichkeit kann man auf die Dauer existieren. Zudem hat das Hotel den einmaligen Vorteil der schönen landschaftlichen Lage an der Treene, so dass mir um die Zukunft meines Hauses nicht bange ist. … Schwabstedt wird für Familien immer ein gern besuchter ruhiger Ferienort bleiben. Darauf baue ich für die Zukunft.“
Ein besonderes Augenmerk hat Heinz Thomsen stets auf das regelmäßige Filmprogramm im Hotel. An Wochenenden bietet er drei Vorstellungen oft mit den neuesten deutschen oder internationalen Filmen an. Das ist dann die Zeit von „Tante Emma“ und ihrer Schwester „Tante Minna“ Thomsen, die beide keinen Film auslassen. Der Mittwochabend gehört den Krimis, Western oder Zorro-Filmen.
1970 ändert sich das Leben von Heinz Thomsen, denn nun steht ihm Else-Marie („Elle“) geb. Hansen als Ehefrau zur Seite. Sie löst fortan „Tante Emma“ in der Küche ab, deren Kräfte nachlassen. Ganz gibt diese ihr altes Refugium aber noch nicht auf. Auch wenn ihr das lange Stehen in der Küche schwer fällt, reichen ihre Kräfte für das Abtrocknen des vielen Geschirrs und sie kann dabei ihre Füße im ausgedienten Kohlebackofen ablegen. Mit „Elle“ nimmt die Speisenkarte neue Gestalt an. Nun finden sich vermehrt regionale Produkte im Angebot: Wild aus eigener Jagd, Hecht aus dem Treenebogen oder Aal. Auch wird nun jährlich zu einem exklusiven Karpfenessen eingeladen, zu dem die Gäste von weit her anreisen.
Am Muttertag 1980 schläft Emma Thomsen in ihrer Lebens- und Wirkungsstätte nach einem ereignis- und arbeitsreichen Leben friedlich ein.
Heinz Thomsen ist ein überaus bescheidener Mensch. Nur eine große Leidenschaft lebt er aus: die Jagd. Er ist Mitpächter des Jagdreviers „Wester-Jagd“ des alten Amtes Schwabstedt. Da erholt er sich vom harten Gastbetrieb und „brütet“ manch neue Idee für das Hotel aus. Der Gemeinde Schwabstedt schenkt er den von ihm angelegten Wald, der nahe dem Megalithgrab zwischen den Gemarkungen „Sein“ und Knüpperroth“ gelegen ist.
Die Ehe von Else und Heinz Thomsen bleibt kinderlos. Als „Heinz Hotel“ seinen 70. Geburtstag vor Augen hat, kümmert er sich intensiv um eine Nachfolge. Dabei fällt die Wahl auf seinen Neffen Hans-Heinrich Thomsen, dem Sohn seines älteren Bruders.
Hans-Heinrich Thomsen („Heini Minna“) und seine Frau Hilde, geb. Mommens, übernehmen das „Hotel zur Treene“ im März 1990. Es ist für Beide ein großer Schritt. Während der Polizeibeamte Hans-Heinrich sich von seinem Arbeitgeber, dem Land Schleswig-Holstein, freistellen lässt, hat seine Frau Hilde zwei Jahre zuvor ihre Prüfung als Hauswirtschafts-meisterin abgelegt. Heinz und Elle verleben nach der Übergabe ihren Lebensabend in Schwabstedt – allerdings außerhalb der Sichtweite zum Hotel. Elle schläft 2009 ein, während Heinz ihr schon nach vier Wochen folgt.

Die dritte Generation

Zunächst läuft alles auf den eingefahrenen Schienen weiter. Still, gewissenhaft und unaufgeregt gehen die neuen Besitzer ihre Aufgabe an. Beide finden schnell ihre persönlichen Bezug zur Rolle der Hotelleitung, die sie souverän meistern. „Heini“ folgt in den Führungsaufgaben seinem Onkel Heinz und packt jede Herausforderung mit Vorsicht an. Seine Frau Hilde richtet sich derweil in der Küche ein und sorgt auf diese Weise für das Wohl der Gäste.
Hans-Heinrich (Jahrgang 1945) und Hilde Wilhelmine (Jahrgang 1947), hegen den großen Wunsch, dass einer ihrer Söhne Björn, Helge oder Hans-Jürgen das Hotel einmal weiterführen werde. Im Veranstaltungskalender der jungen Gastronomen stehen lange die „Renner“ des Vorgängers: das große Karpfenessen mit anschließendem Ball, die Großveranstaltungen mit Oster- und Pfingstball, plattdeutsches Theater mit anschließendem Weihnachtsball. Großes Bauen und Verändern entspricht nicht der Persönlichkeit des neuen Wirtes. Zusammen mit seiner Frau setzt er auf das Arrondieren des Geschaffenen. Und doch erlösen sie ihre Gäste vom mühevollen Treppensteigen zu den im Keller liegenden Toiletten durch den Ausbau eines ebenerdigen WC-Trakts. Auch die sanitären Etageneinrichtungen werden durch die Umgestaltung der Gästezimmer ersetzt.
Das „Hotel zur Treene“ ist gefragt. Dennoch rühren sie die Werbetrommel und bauen auf Vereinsausflüge und Busunternehmer, die ihr Haus ansteuern. Mit einer abwechslungsreichen Speisenkarte möchten sie zudem viele Tagesgäste verwöhnen. Kräftige Unterstützung erhalten sie vom eingearbeiteten Personal.
Eine große Hilfe kommt 2001. Der jüngste Sohn reiht sich in die Küchenbrigarde der Mutter ein, nachdem er seine Ausbildung abgeschlossen und weitere Erfahrungen in der „gehobenen“ Gastronomie in Eutin und Hamburg gesammelt hat.

Die vierte Generation

Hans Jürgen (Jahrgang 1978) übernimmt das „Hotel zur Treene“ am 1. 3. 2007, nachdem er am 1. Dezember 2001 von seiner „Lehr- und Wanderzeit“ in den elterlichen Betrieb zurückkehrt. Er hat inzwischen in der Traditionsfirma „Niederegger“ in Lübeck eine 3-jährige Konditor-Ausbildung abgeschlossen und eine weitere Lehre als Koch im „Romantikhotel Altes Gymnasium“ in Husum ebenfalls erfolgreich beendet. Es folgen Stationen als Koch im Sterne-Restaurant „L’etoile“, Eutin, und im Hotel „Atlantik“, Hamburg. 2006 legt er dann vor der Prüfungskommission der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg die Prüfung zum Küchenmeister ab. Damit hat er alle Hürden genommen, um ein Haus wie das „Hotel zur Treene“ selbstständig führen zu können und ausbilden zu dürfen.

Nun leitet erstmals ein „gelernter“ Wirt das Haus. Der junge Meister gehört daher sogleich zur Gruppe der „Meister vom Lande“, die über die Wirtschaftsakademie (WAK) zu Gourmet-Abenden einladen, er veranstaltet Stint-Essen, sein „Candlelight-Dinner“ läßt die Gäste ins Schwärmen geraten, unter „www.heiraten-schwabstedt.de“ organisiert er komplette Hochzeitsfeiern, bei „Rund um den Bärlauch“ zeigt er die Einsatzmöglichkeiten des wildwachsenden Knoblauchgemüses. Als Produkte der Region verwendet er dazu gerne Ostenfelder Damwild, Eiderstedter Qualitätsrind, Nordfriesisches Salzwiesenlamm, Bio-Moorschnucken sowie fangfrische Treene- oder Eiderfische. Auf der Speisenkarte empfiehlt er zudem gerne seine Eigenkreation „Wollhandkrabben-Suppe“.
Er baut die Fremdenzimmer um, richtet sie neu mit einem rustikalen Ambiete ein. Das Moliliar des Hauses wird in Gänze ersetzt. Die neue Technik zieht ein. so wird für den Internet-Auftritt eine ansprechenden Homepage gestaltet und ständig aktualisiert. Die Hausgäste können ein eigenes Gäste-WLAN nutzen. Alle Verwaltungsaufgaben (Buchungen, Personalführungen, Arbeitspläne etc.) sind digitalisiert. Die Sozialen Medien (facebook, Instagram) lösen sämtliche Werbetrommeln ab. Und es ist immer wieder der helle große Saal mit seinem Parkettfußboden, der Gäste entzückt. Bei einem solchen Anblick geraten junge Paare, die ihre „Hochzeit-Location“ suchen, ins Schwärmen. Und als kleine Mitbringsel für die Daheimgebliebenen finden Abreisende selbstgefertigte Gelees aus Rhabarber, Rosenblättern, Holunderblüten oder Holunderbeeren. Wer es nicht süß mag, greift zu PestoHANS oder SalatdressingHANS.
Das „Hotel zur Treene“ ist unter der Führung von Hans Jürgen weiterhin ein wichtiges Aushängeschild für den Tourismus von Schwabstedt und der Region. Schon 2009 bringt NDR3 unter dem Titel „Die schönsten Landgasthöfe in Schleswig-Holstein“ einen 45-Minuten-Beitrag, in dem auch das „Hotel zur Treene“ mit dem neuen jungen Chef vorgestellt wird. Auf der Berliner Woche bringt der junge Meister den Messe-Besuchern die „Kulinarische Küche Nordfrieslands“ näher (2007). Neben Tret- und Motorbootfahrten vermittelt er Führungen zum Thema „Sprosser in Moor und Wald“ oder „Theodor Storm und Schwabstedt“.
Viel zu früh muss die Familie auf den treusorgenden Hans-Heinrich Thomsen verzichten, der engagiert im Hintergrund wirkt. Nach einen Jagdunfall (2015) verstirbt er.

Inzwischen teilt Hans Jürgen sein Leben mit Gunda Gyde (geb. Bossen, Jahrgang 1974), die er 2019 heiratet. Zu Sohn Tamme gesellt sich inzwischen Tochter Wanda.
Die Corona-Pandemie verlangt von dem jungen Wirt stets neue Ideen und von allen dienstbaren Händen das Äußerste. Mit der Herausforderung wachsen Mut unt Ideenreichtum. So kommen nach dem „bescheidenen“ Verkaufsfenster für Kuchen und Torte bald ein Grill-Angebot dazu. Der Meister kreiert „Mittagstisch im Vacuumbeutel“, Grillpakete, die „Kochkiste“ mit Zutaten für ein „Komplett-Menü zu Hause“. Im Internet erfahren seine Gäste vom Wohnmobil-Dinner und bald darauf ist auch „Live-Cooking“ im Stream präsent. Selbst für die KITA Schwabstedt bereitet er inzwischen „kindgerechtes“ Essen. Schnell merkt Hans-Jürgen, dass seine vielseitigen Angebote gerne angenommen werden. Dennoch trifft er rechtzeitig alle Vorbereitungen für die Zeit nach den Lockerungen der Hygienevorschriften. Vorbildliche Raumteiler machen dann den Empfang seiner treuen Gästen schnell möglich. So gelingt es ihm, dass seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit oder auf Zeit entlassen werden müssen.
Am 1. Dezember 2021 steht die große Jubiläumsfeier an. Familie, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf diese seltene Feier mit den treuen Gästen.

Tagen & Feiern im Hotel zur Treene
Der Festsaal des "Hotels zur Treene") (Alle Fotos: Hotel zur Treene, Schwabstedt

Literaturhinweise:

Hans Meyer, ‚Geschichte des Hotels in Schwabstedt‘ in: Kirchenbote der Kirchengemeinde Schwabstedt, 1935 Franz Bertram, Zur ‚Wald- und Wasserfreude‘ – Hotel zur Treene in: Zwischen Eider und Wiedau, 1983 Husumer Nachrichten

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